Checkliste Klebebindung

Checkliste für die Erstellung von Druckdaten klebegebundener Broschüren

Klebebindungen wirken hochwertig und buchähnlich, stellen jedoch höhere Anforderungen an Druckdaten, Papierwahl und Layout als geheftete Broschüren.

Rückenstärke, Papier, Ziernut und Aufschlagverhalten beeinflussen Gestaltung und Nutzbarkeit direkt und sollten frühzeitig berücksichtigt werden. Für ein optimales Ergebnis empfehlen wir, Druckdaten und Papierwahl frühzeitig mit uns abzustimmen.

Wir produzieren Klebebindungen im eigenen Haus. Standardmäßig verwenden wir hochwertige Hotmelt-Klebebindung mit Planamelt-Klebstoffen für optimale Haltbarkeit und sehr gute Verarbeitungseigenschaften. Je nach Auflage, Produkt und Anwendung sind außerdem PUR und auch Dispersonsklebung möglich.

Druckdaten: Bitte zusätzlich zur Checkliste DRUCKDATEN folgende Punkte beachten:

  • Den Inhalt immer als Einzelseiten PDF anlegen. Die Seitenzahl muss immer durch 2 teilbar sein.
    WICHTIG: Die erste Inhaltsseite beginnt immer einzeln rechts und trägt eine ungerade Seitenzahl – Erst danach folgen Doppelseiten.
    -> häufigster Fehler! Viele Layouts beginnen versehentlich bereits mit einer Doppelseite. Dies ist drucktechnisch falsch. Die erste Seite des Inhalts befindet sich immer rechts. Im aufgeklappten Zustand sind links die Umschlaginnenseite U2 und rechts die erste Inhaltsseite 1 zu sehen! Ungerade Seiten stehen immer rechts, gerade Seiten immer links. Die erste Doppelseite des Inhalts ist also Seite 2 links und Seite 3 rechts.
  • Den Umschlag legen Sie bitte in einem seperaten Dokument, als offenes, also aufgeschlagenes Format an. Das Umschlagdokument sollte 2 Seiten haben und das Format Ihres Dokumentes ist das Endformat der Broschüre * 2 + Buchrückenstärke.
    BEISPIEL Bei einem A4 – 210mm x 297 mm Produkt, mit einem Buchrücken von 8 mm, wäre das offene Endformat des Umschlags wie folgt:
    => 428 x 297 mm (428 mm = 210 mm + 8mm + 210 mm).
  • Texte und Grafikelemente sollten zum Bund mindestens 10 mm Abstand haben. Bei geringem Umfang (ca. 24–40 Seiten) oder hohen Grammaturen empfehlen wir mindestens 14 mm Bundabstand.
  • Texte, Überschriften und wichtige Grafiken sollten nicht über den Bund hinweg gestaltet werden, da dort durch Klebebindung und Ziernut immer Teile verschwinden.
  • Nicht randabfallende Elemente wie Texte, Logos, Rahmen oder Paginierung sollten mindestens 4 mm Abstand zur Schnittkante haben.
  • Bilder und andere Elemente dürfen natürlich nichtsdestotrotz randabfallend, sprich bis zum Beschnitt gelayoutet werden, dann aber entsprechend mit 3mm Beschnittzugabe

UMSCHLAG RICHTIG ANLEGEN:

  • Der Umschlag muss als offene Gesamtfläche angelegt und in einem separaten, 2-seitigen Druck-PDF geliefert werden.
  • Die Buchrückenstärke hängt von eingen Faktoren, wie der Seitenzahl, dem Papier, der Papierart, dem Volumen des Papieres und der Art der Bindung ab. Die finale Rückenstärke sollte vor der Reinzeichnung unbedingt mit uns abgestimmt werden.
  • Seite 1 des Umschlag = Die Vorderseite (außen): U4 + Buchrücken + U1 => Umschlagaußenseiten U4 (hinten) befindet sich links + Buchrücken in der Mitte + Umschlagaußenseiten U1 (vorne) befindet sich rechts im Dokument.
  • Seite 2 des Umschlag = die Innenseiten des Umschlag: U2 + Buchrücken weiß + U3 => Umschlaginnenseiten U2 vorne befindet sich links+ Buchrücken in der Mitte (Buchrücken INNEN muss unbedruckt sein. Buchrücken Innen Weiß sollte links und rechts um 3mm , das entspricht der Hälfte der Ziernut erweitert werden) + Umschlaginnenseiten U3 hinten befindetsich rechts im Dokument
  • Bitte achten Sie auch bei der Erstellung des Layouts für den Umschlag darauf, dass die Ziernut des Umschlag, d.h. die Rillung auf dem Cover vorne und hinten i.d.R. einen 6 mm Abstand vom Buchrücken hat und auch die optische Mitte auf dem Titel um ca 1mm verschiebt.
  • PROFITIP: Hinweis bei Bildübergängen von Umschlaginnenseiten zur ersten bwz. letzten Inhaltsseite -> Bilderübergänge werden beim Übergang von Umschlag zu Inhalt leider nie 100%ig passen. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, empfehlen wir folgende Vorgehensweise. Bei Bildübergängen von Umschlaginnenseiten zum Innenteil muss die Ziernut abgezogen bzw Ihr Bild verrückt werden (je nach Produkt und Bindung 4 bis 6 mm ). Auf der erste Umschlaginnenseite LINKS (=U2) muss das Bild um 5 mm (je nach Größe der Ziernut) nach links geschoben werden und auf der ersten Inhaltsseite (Seite 1 des Inhaltsdokuments) muss das Bild um 5 mm nach rechts geschoben werden. Die Beschnittzugabe muss aber auch zum Bund hin, in jedem Fall erhalten bleiben. Entsprechend muss bei einem Bilderübergang von der letzten Inhaltsseite zur Umschlaginnenseiten (U3) hinten, das Bild der letzten Inhaltseite nach links und das Bild auf der Umschlaginnenseite nach rechts geschoben werden.

RÜCKENBESCHRIFTUNG & TOLERANZEN

  • Eine Rückenbeschriftung ist in der Regel ab ca. 5 mm Rückenstärke sinnvoll möglich.
  • Produktionsbedingt können Toleranzen von ca. ±1 mm entstehen. Bitte platzieren Sie deshalb keine feinen Linien, Rahmen oder exakt anschließenden Elemente direkt auf Nut-, Bund- oder Rückenpositionen.

BESONDERHEITEN:

  • Ausklappseiten im Inhalt, verkürzte Seiten oder auch Papierwechsel müssen in einem Master-Druckdokument enthalten und gekennzeichnet sein. im Besten Fall mit einem Störer oder einer Farbfläche, dort wo die Besonderheiten auftauchen. Da immer mindestens ein Blatt ausgetauscht werden muss, müssen im Dokument immer mindesten 2 aufeinander folgende Seiten gekennzeichnet sein (1 Blatt hat 2 Seiten).
    Die Seiten, die später auf einem anderen Material produziert oder ausgeklappt werden sollen, müssen zusätzlich, als separates Dokument geliefert werden (bei Faltblättern/Ausklappern: bereits als Doppelseite aufgebaut und alle eingeklappten Seiten jeweils um 2mm verkürzt).

weitere Tipps und Hinweise

AUFSCHLAGVERHALTEN

Klebebindungen wirken oft besonders hochwertig und stabil. Das Aufschlagverhalten ist jedoch konstruktionsbedingt eingeschränkter als bei einer Rückendrahtheftung oder Fadenheftung.

  • das Aufschlagverhalten einer klebegebundenen Broschüre ist nur so gut, wie der Umschlag dünn ist.
  • auch die Grammatur, sprich, die Papierstärke des Inhalts kann erhebliche Auswirkung auf das Aufschlagverhalten Ihrer Broschüre haben
  • je nach Auflage und Materialstärke kommen unterschiedliche Leimarten zum Einsatz, die sich ebenfalls auf die Haltbarkeit und auch auf das Aufschlagverhalten der Broschüre auswirken können.
  • die Ziernut, die dafür sorgt, dass man die Broschüre aufschlagen und blättern kann, hat zeitgleich zur Folge, dass ein Klammerffekt einsetzt und des halb das Produkt nicht plan aufgeschlagen werden kann, außer man bricht den Buchrücken.

MINDESTUMFANG & RÜCKENSTÄRKE

  • Klebebindungen sind bei uns bereits ab ca. 3 mm Rückenstärke möglich. Je nach Papier entspricht dies meist etwa 36 Inhaltsseiten.
  • Ob eine Klebebindung bei sehr dünnen Broschüren sinnvoll ist, hängt jedoch stark von Papierstärke, Nutzung, Format und gewünschtem Aufschlagverhalten ab.
  • ein richtiger Buchrücken ist erst ab ca 5mm Rückenstärke mit Text bedruckbar.

PAPIERWAHL & GRAMMATUREN

  • Für klebegebundene Broschüren empfehlen wir beim Innenteil in der Regel maximal ca. 170 g/m² Papier, denn höhere Grammaturen haben zur Folge, dass das Produkt sich nicht mehr richtig aufblättern lässt. Grundsätzlich haben wir mit unserem Spezialleim aber kein Problem mit der Haltbarkeit und können auch besondere Papiere, Folien, Transparentpapier, und sogar 2mm Displaykarton verarbeiten – sprechen Sie uns an!
  • Zu starke bzw. zu dicke Papiere verschlechtern das Aufschlagverhalten deutlich. Die Broschüre lässt sich dann eher „aufklappen“ statt angenehm blättern und vollständig öffnen. Besonders bei kleinen Formaten oder geringem Umfang sollte die Papierwahl sorgfältig abgestimmt werden.

ZIERNUT & SICHTBARER BEREICH

  • Die Ziernut ist eine Fräsung (Rille) im Umschlag, die parallel zum Rücken verläuft. Sie schwächt das Umschlagmaterial gezielt an dieser Stelle und ermöglicht das Aufschlagen der Broschüre.
  • Die Ziernut befindet sich ausschließlich im Umschlag – nicht im Innenteil.
  • Durch Ziernut und Bundbereich ist der sichtbare Bereich auf U2 und erster Inhaltsseite als auch auf letzter Inhaltsseite und U3 konstuktionsbedingt kleiner.
  • Besonders auf diesen Seiten reduziert sich der sichtbare Bereich um ca. 6 mm je Seite.
  • In diesem Bereich sollten keine wichtigen Texte, Logos oder Gestaltungselemente platziert werden.
  • Wenn Elemente – beispielsweise ein Titel – optisch exakt mittig über eine Doppelseite stehen sollen, muss dies im Layout berücksichtigt werden.

DOPPELSEITEN & BILDÜBERGÄNGE

  • Doppelseiten und Bildübergänge über den Bund hinweg sind bei Klebebindungen nur eingeschränkt möglich.
  • Durch Bundverdrängung, Klebeflächen, Ziernut und Aufschlagverhalten gehen im Rückenbereich immer Teile des Motivs verloren.
  • Feine Übergänge, Gesichter, Texte oder exakt anschließende Linien sollten daher nicht direkt im Bund platziert werden.
  • Ein nahtloser Übergang zwischen Umschlag und Innenteil ist technisch eigentlich nicht möglich. wenn SIe aber unseren Anweisungen folgen und auf Umschlaginnenseite U2 alle Elemente 6mm nach links auf Seite des Inhalts alle Elemente 6mm nach rechts schieben, dann ist man an einem nahezu perfekten Ergebnis. Hinweis: bitte vergessen SIe nicht die Beschnittzugabe anzulegen!

BESONDERHEITEN und SONDERSEITEN

  • Ausklapper, eingeklebte Elemente oder Papierwechsel müssen separat gekennzeichnet werden.
  • Bitte stimmen Sie solche Sonderverarbeitungen bereits vor der Druckdatenerstellung mit uns ab.
  • wir können auch Transparentseiten und Folien einbinden (allerdings nicht wenn 2 oder mehr Folien aufeinanderfolgen, da ansonsten die Gefahr zu groß ist, dass der Leim zu weit zwischen diese beiden Sonderseiten zieht)
  • eingeklebte Pläne, Ausklappseiten und selbst 2mm Displaykarton haben wir bereits innerhalb einer Broschüre verarbeitet.
  • haben Sie eine außergwöhnliche Idee, einen ganz besonderen Wunsch oder einfach nur eine Frage? dann sprechen SIe uns gerne an, wir versuchen immer alles zu ermöglichen und expereimentieren leidenschaftlich gerne.

einfache Formel zur Berechnung der Buchrückenstärke

  • Seitenzahl (Einzelseiten) : 2 = Blattanzahl
  • Blattanzahl * Grammatur / 1.000= Buchblockstärke in mm (bei einfachem Volumen des Papieres)
  • Buchblockstärke * Volumen des Papieres = finale Buchrückenstärke

/// Beispiel

  • 112 Seiten (Einzelseiten) Inhalt : 2 = 56 Blatt (Einzelbätter, beidseitig bedruckt)
  • 56 Blatt * 120gm² / 1.000 = 6,72 mm Buchblockstärke (bei einfachem Volumen des Papieres)
  • 6,72 mm Buchblockstärke * 1,15 Volumen des Papieres = 7,728 mm finale Buchrückenstärke